Colum Sands Lieder, die Geschichten erzählen

Geschichten, mit Liedern illustriertρ


Jedes mal, wenn der Sänger/Songwriter Colum Sands zu einer seiner häufigen Tourneen um die Welt aufbricht, reisen drei von Irlands traditionell hoch angesehenen Bürgern vereint in einer Person: der Musiker, der Dichter und der Geschichtenerzähler.
In der Tat, ein Blick in Colums Terminkalender läß vermuten, daßsogar noch mehr Reisebegleiter dabei sind, da Colum gerade sein erstes Buch herausgebracht hat und nebenbei als Radiomoderator Preise gewinnt. Und obwohl er viel unterwegs ist, sollte man nicht erwarten, ihn in Touristenzentren anzutreffen, in den "irischen" Pubs, oder an den Schürzenbändern einer kommerziellen Plattenfirma, die hofft, durch das Label "keltisch" den Umsatz zu steigern. Colum Sands geht seinen eigenen Weg.
Als Mitglied der bekannten Sands Family aus der Grafschaft Down in Nordirland wuchs er in einem Zuhause auf, in dem Musik, Geschichten und Lieder Teil des Alltags waren, nicht eine Verkaufsware und so ist das auch heute noch.
Seine Auftritte und natürlich seine Lieder sind gespickt mit faszinierenden und amüsanten Anekdoten aus dem Alltag von Menschen wie du und ich, Menschen, die wir alle kennen, die uns aber nie so aufgefallen sind.

Und obwohl viele seiner Lieder unverkennbar typisch ihren Ursprung in Nordirland haben, überbrücken sie jegliche Grenzen. Colum hat diese einzigartige Fähigkeit, Beobachtungen örtlicher Begebenheiten auf eine universal menschliche Ebene zu bringen. Daher kommt es, daßseine Lieder oft vor ihm her durch die Welt reisen und schon in Ländern auf ihn warten, die er noch nie vorher bereist hat, wie zum Beispiel dieses Jahr in Neuseeland. Während manche seiner Lieder in mehrere Sprachen übersetzt wurden, hat Colum seinerseits Goethes Gedicht "Nähe des Geliebten" aus dem Deutschen mit Einfühlvermögen übersetzt und vertont.

Johann Wolfgang hat bestimmt geschmunzelt, als diese übersetztung neulich auf einem neuen Album irischer Liebeslieder erschien!
Dieser Song ist auf Colums dritten Album "All my winding journeys" zu finden. Wenn Colum betont, daßer die kurvenreichen Landstraßen des Alltagsdialekts der schnurgeraden Autobahn der grammatikalischen Perfektion vorzieht, bezieht er sich nicht nur auf die Sprache. Seine Lieder handeln von Menschen, die man auf ruhigen Nebenstraßen trifft, wie "The man with the cap" oder von Kindern, die vor dem "Last house in our street" Ball spielen ( vom The March Ditch Album) und sie reflektieren seine tiefe überzeugung, daßdie "wirklichen" Nachrichten keine Schlagzeilen machen und die "wirkliche" Geschichte nicht mit den Daten großr historischer Schlachten ausgedruckt wird.

Colum Sands neustes Album "The note that lingers on" bringt uns mehr solcher Lieder, inspiriert sowohl von seiner Heimat in Nordirland als auch von seinen extensiven Reisen: "Going down to the well with Maggie" beschwört Erinnerungen seiner Kindheitstage, "The child who asks you why" wurde letztes Jahr durch ein Konzert in der Oase Neve Shalom (Oase des Friedens), der ersten integrierten Schule fur Juden und Araber, angeregt.
Dieses neue Album ist ein weiterer Schritt auf Colums Reisen, die ihn zum ersten Mal seit fünf Jahren auf eine Solotournee nach Deutschland bringt, und somit dem deutschen Publikum die seltene Gelegenheit gibt, die Lieder zu hören und die Vorstellung zu erleben "eines Künstlers, der sowohl Lächeln als auch Tränen hervorruft und das Publikum zum Nachdenken anregt, noch lange nachdem die letzte Note seines Konzertes verklungen ist."